Hattest du schon mal Schmetterlinge im Bauch, oder hast etwas aus dem Bauch heraus entschieden? Na klar, haben wir doch alle! Hm, oder sagen wir das nur so? Was ist eigentlich dieses ominöse Bauchgefühl? Gibt es das wirklich, oder kommt es uns nur so vor? Was glaubst du? Wir haben Menschen in Deutschland gefragt, was sie darüber denken. Zusätzlich haben wir auch die Wissenschaft befragt, was dran ist an unserem Bauchgefühl.
Schau doch mal, was die Deutschen glauben. Überlege dir, was du meinst und lass dich überraschen, was die Wissenschaft dazu sagt!
Glaubst du, man kann im Bauch Gefühle spüren?
Über die Hälfte der Deutschen folgt immer oder oft ihrem Bauchgefühl. Viele verwenden auch Redewendungenwie z.B.„Das habe ich nach Bauchgefühl entschieden“(56%) oder „Hach, ich habe Schmetterlinge im Bauch!“ (47%).Etwa ein Drittel steht sich öfter mal „die Beine in den Bauch“ oder fragt „Löcher in den Bauch“.Nur 14 % nutzen nie Redewendungen mit Bauch. Und wie stehst du zu Gefühlen „aus dem Bauch heraus“?
Ja, das Bauchgefühl gibt es wirklich. Was früher vielleicht als esoterisch galt, kann man heute wissenschaftlich begründen. Denn in deinem Bauch, also genauer gesagt in deinem Darm, sitzen unglaublich viele Sensoren, die merken, was in deinem Körper los ist. „Hallo Kopf, so geht’s uns tief hier unten im Bauch“ funkt der Darm, zum Beispiel mit Hilfe von Botenstoffen, über den Vagusnerv oder durch Beeinflussung des Immunsystems, ans Gehirn. Unser Hirn sendet dabei auch Nachrichten, die unseren Bauch direkt beeinflussen und z.B. die berühmten Schmetterlinge im Bauch oder auch mal ein unbehagliches Grummeln auslösen. Es lohnt sich also, wenn du öfter mal auf dein Bauchgefühl hörst.
Glaubst du, dass im Bauch ein zweites Gehirn sitzt?
Ein zweites Gehirn in unserem Darm? Hm, da sind die Deutschen ziemlich unentschieden. Ist der Darm nicht vor allem zum Verdauen da? Was soll da noch ein Gehirn? Wir haben doch schon eins im Kopf. Das denken sich wohl manche, denn fast die Hälfte glaubt, dass der Darm Sitz unseres zweites Gehirn ist. Was meinst du?
Kaum zu glauben, aber tatsächlich sitzt in unserem Darm ein riesiges Nervengeflecht, das ganz ähnlich wie unser Gehirn im Kopf aufgebaut ist. Deshalb nennt man es auch Darmhirn oder Bauchhirn. Mit 150 Millionen Neuronen nimmt es jede Menge Informationen auf, verknüpft sie, reguliert Prozesse eigenständig und kommuniziert mit anderen Organen. Was für eine Leistung – wow! Aber warum dieses zweite Gehirn? Weil im Bauch und Darm so viel läuft, was wir nicht bewusst steuern können und auch nicht wollen. Wir können ja froh sein, dass das Bauchhirn da unten unsere Verdauung, Immunabwehr und vieles mehr so prima regelt, ohne uns beim Denken zu stören.
Glaubst du, dass Bauch und Gehirn ständig miteinander quatschen?
Huch, was ist da in meinem Körper los? Da sollen Bauch und Gehirn ständig miteinander quasseln? Echt? Wer da wohl mehr zu sagen hat? Etwa die Hälfte der Deutschen glaubttatsächlich, dass es eine wechselseitige Verbindung zwischen Darm und Gehirn gibt. Ein Viertel meint, dass sie zu wenig darüber wissen, um etwas darüber sagen zu können. Und du?
Für uns klingt es vielleicht ein bisschen spooky, doch es ist wahr und wissenschaftlich belegt: Dein Darm und dein Gehirn sprechen rund um die Uhr miteinander und senden sich gegenseitig Nachrichten. Da sie so viel Gesprächsbedarf haben, sind die beiden durch eine Art Standleitung miteinander verbunden. Die Wissenschaft bezeichnet das als Darm-Hirn-Achse. Es ist übrigens keineswegs das Gehirn, das den Großteil der Unterhaltung bestreitet. Etwa 80 % bis 90 % der Informationen gehen vom Darm an das Gehirn und nur 10 – 20 % vom Gehirn an den Darm.
Glaubst du, dass Stress das Bauchgefühl beeinflusst und umgekehrt?
Wenn du schlecht drauf oder aufgeregt vor einer Prüfung bist, ist dir das vielleicht auch schon mal „auf den Magen“ geschlagen oder hat das bekannte „Bauchgrummeln“ ausgelöst. Damit bist du offensichtlich nicht allein:Drei von vier Deutschen glauben, dass Stress und schlechte Stimmung Darmprobleme verursachen können. Etwas weniger meinen, dass der Darm umgekehrt auch Einfluss auf Stress, Gefühle oder Schmerzen ausübt. Und was denkst du?
Dass Stress und schlechte Stimmung auf den Magen bzw. den Darm schlagen und die Verdauung durcheinanderbringen können, ist wohl unbestritten. Das ist auch kaum erstaunlich, da wir ja inzwischen wissen, wie eng Darm und Gehirn über die Darm-Hirn-Achse miteinander verbunden sind und sich austauschen. Da diese Achse keine Einbahnstraße ist, kann ein Darm, der nicht gut funktioniert, auch negative Gefühle, Schmerzen und Stress mit verursachen.
Was glaubst du, kann dein Bauchgefühl positiv beeinflussen?
Unser Bauchgefühl hat offensichtlich einigen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Doch wie kann man das Bauchgefühl beeinflussen? Geht das überhaupt? Mehr als jeder Dritte der Deutschenglaubt, dass eine gesunde Ernährung gut für das Bauchgefühl ist. Und knapp die Hälfte aller Befragtennimmt an, dass Probiotika zum Wohlbefinden im Darm beitragen. Was meinst du?
Tatsächlich kann man das Wohlbefinden im Darm durchaus unterstützen. Zum Beispiel, indem man dem Darm seine Verdauungsarbeit erleichtert. Dazu tragen auf jeden Fall eine gesunde Ernährung und gutes Kauen sowie genug trinken bei. Viele Ballaststoffe und nützliche Bakterien können Teil einer gesunden Ernährung sein und ein gutes Gleichgewicht der Darmmikrobiota fördern. Außerdem freut sich der Darm sowohl über Bewegung als auch über Ruhe und Entspannung.
Wow, wie spannend – bitte mehr davon!
Hättest du das gedacht, was alles hinter unserem Bauchgefühl steckt? Über zwei Drittel der von uns befragten Deutschen fanden das übrigens sehr spannend und wollten gerne mehr über den Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn wissen. Du auch? Dann schau dich mal auf diesen Seiten um. Dort erfährst du auch, wie du dein Bauchgefühl verbessern und darmgesund essen kannst.